Akku-Schummelei beim iPhone: Apple wird öffentlich bestraft

Holger Eilhard 1

Vor rund einem Jahr wurde bekannt, dass Apple mit einem iOS-Update eine Performancedrossel in iPhones mit älteren Akkus aktiviert hatte. Diese Maßnahme, welche eine unerwartete Abschaltung des Smartphones verhindern soll, sorgte nun für eine öffentliche Bestrafung des Unternehmens.

Akku-Schummelei beim iPhone: Apple wird öffentlich bestraft
Bildquelle: GIGA.

iPhone-Drossel: Apple muss an den Pranger

Zum Jahreswechsel 2017/2018 wurde bekannt, dass Apple mit dem Update auf iOS 10.2.1 die Geschwindigkeit einiger seiner Smartphones künstlich reduziert hatte. Als Grund nannte man daraufhin, dass ältere Akkus nicht mehr in der Lage seien, die gewünschte Leistung zu bieten und man eher eine Geschwindigkeits­reduzierung in Kauf nehmen würde, als eine unerwünschte Abschaltung des iPhones.

In den „Release Notes“ des betroffenen iOS-Updates wies Apple auf diese Vorgehensweise jedoch nicht hin. Die Nutzer installierten das Update, ohne über die genauen Auswirkungen auf die Performance ihrer Smartphones informiert zu sein.

Die Folge nach dem Bekanntwerden war ein Austauschprogramm von Apple, welches im gesamten vergangenen Jahr galt und einen günstigeren Akku-Tausch umfasste. Gleichzeitig folgten aber natürlich auch Rechtsstreitigkeiten in diversen Ländern, darunter Italien. Hier wurde der iPhone-Hersteller nun dazu verdonnert, sich selbst an den Pranger zu stellen.

Hier sind noch viele weitere Fehler, die sich Apple in den vergangenen Jahren geleistet hat:

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Die 21 größten Apple-Fails.

Akku-Schummelei: Öffentlicher Hinweis auf der eigenen Webseite

Wie setteBIT (via 9to5Mac) aufgefallen war, wurde Apple dazu gezwungen, auf seiner italienischen Startseite apple.com/it einen Textauszug zu veröffentlichen, der auf die Problematik hinweist.

Der entsprechende Text ist ganz unten auf der italienischen Seite zu finden. Darin musste der iPhone-Hersteller zugeben, dass man seinen Kunden keine angemessenen Informationen über die Auswirkungen des Software-Updates gegeben habe. Des Weiteren seien die „Mittel zur Wiederherstellung der ursprünglichen Funktionalität der Geräte“ nur in begrenztem Umfang oder zu spät erschienen.

Hier die deutsche Übersetzung (via DeepL):

Apple Inc, Apple Distribution International, Apple Italia S.r.l. und Apple Retail Italia S.r.l. veranlassten Verbraucher im Besitz von iPhone 6/6 Plus/6s/6s Plus, das Betriebssystem iOS 10 und nachfolgende Updates zu installieren, ohne angemessene Informationen über die Auswirkungen dieser Wahl auf die Leistung von Smartphones bereitzustellen und ohne (außer in begrenztem Umfang oder zu spät) Mittel zur Wiederherstellung der ursprünglichen Funktionalität der Geräte im Falle einer nachgewiesenen Leistungsabnahme nach dem Update (wie Herabstufung oder Batteriewechsel zu angemessenen Kosten) anzubieten.

Diese Praxis wurde gemäß den Artikeln 20, 21, 22 und 24 der Gesetzesverordnung Nr. 206/2005 (Verbraucherkodex) der Kartellbehörde als falsch erachtet.

Die Behörde hat die Veröffentlichung dieser Änderungserklärung gemäß Artikel 27 Absatz 8 des Verbrauchergesetzes angeordnet.

Seit der Vorstellung von iOS 11.3 kann die Performance-Drossel auf Wunsch durch eine Option in den iOS-Einstellungen wieder deaktiviert werden. Dies kann jedoch dazu führen, dass sich das Smartphone dann vorzeitig abschaltet.

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