Android-Smartphones: Google sagt Passwörtern den Kampf an

Simon Stich

Passwörter für Apps und Webseiten einzugeben, könnte unter Android bald schon der Vergangenheit angehören. Google ist jetzt nämlich der Fido-Allianz beigetreten. In Zukunft sollen sich Android-Nutzer nur noch über den Fingerabdruck anmelden. Mindestens einen Haken hat die ganze Sache aber noch.

Android-Smartphones: Google sagt Passwörtern den Kampf an
Bildquelle: GIGA - Samsung Galaxy S10 5G.

Android: App-Anmeldung per Fingerabdruck

Während viele Android-Smartphones einen Fingerabdruckscanner besitzen, wird dieser in den meisten Fällen nur zur Identifizierung bei Android selbst genutzt. Um das Smartphone zu entsperren, reicht ein kurzer Druck auf den Sensor. Darüber hinaus bleibt der Fingerabdruckscanner meist ungenutzt. Genau das soll sich jetzt ändern. Google ist der Fido-Allianz beigetreten und unterstützt den Fido-2-Standard, nach dem Apps und Webseiten einem Fingerabdruck zur eindeutigen Identifizierung des Nutzers vertrauen. Die Eingabe eines Benutzernamens mitsamt Passwort fällt so weg. Alternativ kann auch ein PIN-Code eingegeben werden, berichtet t3n unter Berufung auf The Verge.

Google geht damit den gleichen Schritt wie schon Microsoft im vergangenen Jahr. Der Edge-Browser des Konzerns unterstützt den Fido-2-Standard bereits, ebenso wie Mozilla Firefox und auch Google Chrome. Apple dürfte eine Unterstützung für den Safari-Browser ebenfalls in Zukunft bekannt geben. Google zufolge ist dieser Modus sicherer, da Phishing-Attacken zum Beispiel über gefälschte E-Mails so nicht möglich sind.

Was hat sich mit der neuesten Version von Android geändert? Das erfahrt ihr in unserem Video zu Android 9 Pie:

Android 9.0 P im Überblick.

Google: Daten werden nicht weitergegeben

Android wird über die Google-Play-Services Fido-2-zertifiziert, ein entsprechendes Update wird gerade verteilt. Um einen Login ohne Passwort nutzen zu können, müssen allerdings auch Apps und Webseiten den Standard unterstützen. Laut Fido-Allianz bleibt der Fingerabdruck lokal gespeichert und wird nicht an Dritte weitergegeben. Die Identifizierung wird also von Android selbst vorgenommen, das System gibt Apps und Webseiten danach lediglich eine Bestätigung, dass es sich wirklich um den entsprechenden Nutzer handelt. Mit einer Unterstützung von Android dürften viele Entwickler von Apps in Zukunft ebenfalls auf Fido setzen.

Während Android den Fido-2-Standard erst jetzt implementiert, ist eine Ausweisung per Fingerabdruck oder Face ID bei Apple schon sehr viel länger möglich. Auch hier reicht in vielen Fällen ein kurzer Druck auf den Scanner oder ein Blick auf das TrueDepth-Kamerasystem.

Wie sich Android im Laufe der Zeit verändert hat, seht ihr in der Bilderstrecke:

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Android-Versionen: Das Google-Betriebssystem.

Login ohne Passwort erst ab Android 7.0

Android unterstützt den Fido-2-Standard über die Google-Play-Services, der gerade in einer neuen Version verteilt wird. Eine Einschränkung gibt es aber: Es werden nur Smartphones unterstützt, die Android 7.0 Nougat oder später installiert haben. Nach eigenen Angaben von Google ist das nur bei etwa 50 Prozent aller sich im Umlauf befindlichen Geräte der Fall. Der Rest hat noch eine ältere Version des mobilen Betriebssystems installiert.

Was haltet ihr von einer Anmeldung per Fingerabdruck? Würdet ihr weiterhin lieber ein Passwort eingeben, um euch bei Apps und Webseiten anzumelden? Schreibt eure Meinung dazu in die Kommentare.

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