Alternative Fakten: Was ist das? Leicht erklärt

Selim Baykara

Alternative Fakten sind derzeit in aller Munde. Gerade in den sozialen Medien wie Twitter und Facebook wird der Begriff im Moment heiß diskutiert. Was heißt das eigentlich genau? Wer hat den Begriff alternative Fakten geprägt? Und warum spricht man überhaupt von alternativen Fakten? In unseren Ratgeber findet ihr die Antworten.

Die coolsten kostenlosen Apps für dein Smartphone.

Die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten war eines der einschneidenden Ereignisse der letzten Monate und wurde auch auf Facebook, Twitter und Co. heftig diskutiert. Bereits im Wahlkampf zeichnete sich ab, dass Trump oft im Widerspruch zu den Medien und der Presse steht. Auch auf der ersten Pressekonferenz bezeichnete er unliebsame Medien als Fake-News. Auch nach der Wahl scheint es kontrovers weiterzugehen. Nur wenige Tage nach seiner Amtseinführung, gab es einen weiteren Eklat – dabei fiel der Begriff Alternative Fakten.

Ratgeber Artikelbild

Alternative Fakten: Was heißt das? Leicht erklärt

Der Ausdruck Alternative Fakten fiel zunächst in der US-Politiktalkshow Meet the Press. In der Sendung verteidigte die US-Präsidentenberaterin Kellyanne Conway den Pressesprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer. Dieser hatte einige Tage zuvor über die Größe des Publikums während der Amtseinführung Donald Trumps als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gesprochen und war dafür kritisiert worden, falsche Behauptungen zu machen. In der Sendung forderte sie Chuck Todd während des Interviews auf zu erklären, warum Sean Spicer „widerlegbar falsche Behauptungen“ vortrage. Daraufhin antwortete Kellyanne Conway:

„Chuck, seien Sie nicht so übertrieben dramatisch. Sie sagen, es wäre eine falsche Behauptung und unser Pressesprecher Sean Spicer präsentierte dazu alternative Fakten.“

Woraufhin Chuck Todd entgegnete: „Alternative Fakten sind keine Fakten. Das sind Unwahrheiten.

Hier zu sehen im YouTube zu sehen:

Alternative Fakten: Das steckt dahinter

Der Pressesprecher des weißen Hauses Sean Spicer trat am 21. Januar 2017 in seiner ersten offiziellen Pressekonferenz auf. Dort behauptete er, dass die Medien bewusst die Größe des Publikums während der Amtseinführung von Donald Trump herunterspielen würden, um Trump schlechtzureden. Spicer sagte, diese Zeremonie habe stattdessen „das größte Publikum angezogen, das jemals einer Amtseinführung beiwohnte. Punkt“

Alle verfügbaren Daten sprachen gegen diese Behauptung, was auch von den amerikanischen Medien thematisiert wurde. So zeigten beispielsweise Luftaufnahmen ein deutlich kleineres Publikum bei Donald Trumps Amtseinführung als bei der Amtseinführung von Barack Obama im Jahr 2009. Auch der Nahverkehrsbetrieb von Washington zählte zum Zeitpunkt Amtseinführung um 11:00 Uhr nur 193.000 Fahrgästen – wesentlich weniger als die etwa 513.000 Fahrgäste bei der Amtseinführung von Präsident Obama 2009.

Darüber hinaus behauptete Spicer auch, dass die weißen Bodenbeläge während der Zeremonie zum ersten Mal eingesetzt wurden und für den Eindruck eines kleineren Publikums verantwortlich seien. In Wirklichkeit wurden die Beläge bereits beim zweiten Amtseid von Obama 2013 eingesetzt. Fragen der anwesenden Journalisten ließ Sean Spicer während der entsprechenden Pressekonferenz nicht zu.

Donald-Trump-Memes: Die besten Witze und Sprüche zum neuen US-Präsidenten

Bilderstrecke starten
13 Bilder
Die 13 besten „Es-tut-mir-leid-Sprüche“ für WhatsApp, Facebook und Co.

Reaktionen auf die alternativen Fakten

Die Reaktionen auf die Pressekonferenz und die Kommentare der Präsidentenberaterin Conway ließen nicht lange auf sich warten. Vor allem in den sozialen Medien wie Twitter machten viele Leute ihrem Unmut Luft, dass die Administration offensichtliche Unwahrheiten verbreitet.

Auch in den Medien gab es heftige Kritik. Der Journalist Dan Rather veröffentlichte eine Kritik auf Facebook, in der er die Außergewöhnlichkeit der Situation betonte:
„Dies sind keine normalen Zeiten. Dies sind außerordentliche Zeiten. Und außerordentliche Zeiten bedürfen außerordentlicher Maßnahmen.
Wenn ein Sprecher des Präsidenten der Vereinigten Staaten eine Lüge in der Orwellschen Floskel „alternative Fakten“ verpackt …Wenn ein Pressesprecher während seines ersten Auftritts im Weißen Haus Reporter bedroht, schikaniert, lügt und dann die Konferenz verlässt, ohne die Eier zu haben, auch nur eine Frage zu beantworten …“

Auch die frühere Herausgeberin der New York Times, Jill Abramson, bezeichnete die Äußerungen von Conway als orwellsches Neusprech – eine Anspielung auf den düsteren Zukunftsroman 1984, in dem eine mächtige Einheitspartei nach Belieben Fakten manipuliert und sich die Wahrheit je nach Bedarf zurechtbiegt. Interessanterweise stieg das Buch schon kurz nach dem Eklat auf Platz 1 der meistverkauften Bücher auf der amerikanischen Amazon-Seite.

Ganz unerwartet kommt die Diskussion um die alternativen Fakten indes nicht. Lest bei uns auch, was sich hinter dem Wort des Jahres 2016 Postfaktisch verbirgt.

Wie findet ihr Vero – True Social?

Der Hype um das neue soziale Netzwerk ist riesig. Wie findet ihr Vero?

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Weitere Themen

* gesponsorter Link