Verhandelt Apple weiter mit BMW über ein gemeinsames Auto-Projekt, zum Beispiel einen angepassten Elektro-BMW i3 mit iOS-Betriebssystem? Eine Äußerung des BMW-Produktionschefs lässt aufhorchen.

 

Apple iCar

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Wird man im App Store eines Tages einen stylishen Elektro-BMW i3 komplett mit iOS-Betriebssystem kaufen können? Eine aktuelle Aussage von BMW-Produktions-Chef Oliver Zipse gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters scheint diese Möglichkeit erstmals in greifbare Nähe zu rücken: „Wir leben in einer Welt der Partnerschaften“, so Zipse auf die Frage, ob man sich in München vorstellen könnte, ein Auto für ein IT-Unternehmen wie Apple zu produzieren.

BMW i3 gilt als perfekte Basis für ein Apple-Projekt

Als perfekte Ausgangsbasis für eine Zusammenarbeit von Apple und BMW haben Branchenbeobachter schon seit einiger Zeit den neuen BMW i3 im Auge, der in Deutschland seit Ende 2013 verkauft wird, in den USA seit Mitte 2014. Bei dem vollelektrisch angetriebenen Fahrzeug handelt es sich nicht um ein umgerüstetes Standardmodell, sondern um ein von Grund auf neu entwickeltes Auto, inklusive Aluminium-Fahrgestell und Fahrgastzelle aus kohlefaserverstärktem Kunststoff. Das Konzept scheint auch Apples eigenen Vorstellungen vom „iCar“ nahezukommen.

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iOS-Implementierung als strategisches Ziel

„Auto Motor Sport“ berichtete bereits im März 2015, dass zwischen Cupertino und München fortgeschrittene Verhandlungen im Gange seien: Die Manager beider Unternehmen würden darüber diskutieren, wie man Apples mobiles Betriebssystem iOS in den BMW i3 einbetten könnte, um dem Autofahrer weitaus mehr Funktionen zu ermöglichen als im Rahmen von Apple CarPlay. Zum Beispiel könnte auch das Abrufen von Verbrauchs- und Bewegungsdaten erfolgen.

Bedürfnisse der Konsumenten im Fokus

Damals kam jedoch postwendend ein Dementi der Bayerischen Motorenwerker: man wolle das eigene Ökosystem nicht öffnen, äußerte sich Klaus Fröhlich, bei BMW zuständig für Forschung und Entwicklung, gegenüber Reuters. Dabei ließ er zugleich ein Hintertürchen offen: bei jeder strategischen Zusammenarbeit berücksichtige man sowohl die eigenen Stärken wie auch die Bedürfnisse der Konsumenten. Das hat in Japan bereits zu einer Marketing-Kooperation der besonderen Art geführt: dort kann man den i3 online bestellen, allerdings nicht bei Apple, sondern bei Amazon.